1. TIPP: Zwei Rollen als Fachkraft

Bist du in deiner Kindertageseinrichtung mit 50% Beschäftigungsumfang als Fachkraft Sprach-Kita eingestellt und mit den restlichen Stunden arbeitest du als „normale“ Fachkraft? Das ist genau dein Ding, du kommst mit dieser Doppelrolle gut klar? Dann ist alles paletti un du kannst gleich beim zweiten Thema weiterlesen.

Oder beschäftigt dich dieses Thema? Du hast schon hier ein bisschen ausprobiert und da etwas verändert, aber es fühlt sich noch nicht „richtig“ an? Bist du eventuell auch schon langjähriges Teammitglied und kommst jetzt in eine ganz neue Rolle?

Fachkraft-Sprach-Kita und eventuell zusätzlich auch reguläre Fachkraft: Der Spagat zwischen diesen unterschiedlichen Rollen kann zu Beginn eine schwierige Geschichte für dich und dein Team sein. Was kannst du tun, um hier einen guten Weg zu finden?

Erster Schritt: Gespräch mit der Leitung

Ich empfehle dir, im ersten Schritt ein Gespräch mit deiner Leitung zu führen. Das ist eine gute Möglichkeit, um sich als Tandem gemeinsam auf den Weg zu machen. Wie kann das Team mitgenommen werden? Zunächst gilt es, die Ziele – heruntergebrochen auf eure Kita – gemeinsam festzulegen. Dazu könnt ihr nochmal einen Blick in den Antrag werfen und nachlesen, welche Ziele und Indikatoren ihr verabredet habt.

Falls du neu startest: Mache mit der Leitung einen Termin für euer Gesamtteam fest. Als Tandem erläutert ihr die Ziele des Projekts und informiert das Team über deine spezielle Rolle als Fachkraft im Projekt. Alle sollten die Gelegenheit haben, zu verstehen, dass es um Beratung und Anleitung des Teams / der Eltern geht. Du bist im Bundesprogramm eben nicht für die Gruppenarbeit zuständig. Du entwickelst mit deinem Team die pädagogische Qualität weiter. Und zwar genau an den Themen, die „nicht rund laufen“. Dazu kannst du wunderbar den Nationalen Kriterienkatalog (NKK)  von Prof. Tietze nutzen. Dort könnt ihr euch als Team genau den Qualitätsbereich vornehmen, der für euch gerade relevant ist. Zum Beispiel überprüft ihr das Thema „Mahlzeiten“ mit den dort zu findenden Indikatoren.

Zweiter Schritt: Wochenplan erstellen

Erstelle mit der Leitung einen Wochenplan, aus dem hervorgeht, wann du als Fachkraft Sprach-Kita eingesetzt wirst und wann du als regläre Fachkraft arbeitest. Hierzu gibt es – wie immer – kein Patentrezept. Ihr müsst herausfinden, was für eure Kita, euer Team, eure Abläufe am besten geeignet ist. Also: zum Beispiel könnt ihr festlegen, dass es drei Tage für Sprach-Kita gibt (Mo-Mi) und zwei Tage für die restlichen Fachkraftaufgaben (Do-Fr). Das könnte bedeuten, dass ihr Donnerstag und Freitag im Gruppendienst (übergreifend, oder einer Gruppe zugeordnet) eingesetzt werdet.

Dritter Schritt: Team informieren

Ganz wichtig: In der folgenden Teamsitzung stellt ihr den Wochenplan mit eurem jeweiligen Arbeitseinsatz vor. Jeder im Team muss verstanden haben, wann ihr für welche Aufgabe zuständig seid. Stellt auch die Ziele des Projekts vor.

 

2. TIPP: Kollegen motivieren

Ich komme als Fachberaterin Sprach-Kita und auch als freiberufliche Trainerin in viel Kitas und habe ja auch viele, viele Jahre in einer Kita gearbeitet. Mit dem „Außenblick“ komme ich unvoreingenommen in die Kita. Wie werde ich empfangen? Werde ich wahrgenommen, freundlich begrüßt, oder „links liegen gelassen“?  Das alles wirkt auf mich, bevor der Arbeitsprozess startet. Ich betrete den Personalraum und schaue mich um. Was ist im Raum, ist er einladend, wer ist da, wie ist die Atmosphäre.

Kurz vor der Teamsitzung…

Stell dir vor… Ein Personalraum: Es gibt viele offene Regale, die vollgequetscht sind mit Büchern und anderen Materialien. Auf dem Boden stehen die Utensilien für die Karnevals-Basteleien –  ja, die werden bald gebraucht. Auf dem Tisch liegen noch Plakate und Spiele vom Vormittag. Ihr kommt rein, die Teamsitzung beginnt und eine Kollegin räumt schnell alles weg, während die anderen zuschauen. Drei Kolleginnen schauen ins Handy. Eilig holt die Leitung ein fünf Gläser und EINE Flasche Wasser – 12 Personen sind anwesend. Sie stellt alles auf den Tisch und los geht´s. DAS ist durchaus Alltag.

Lädt diese Atmosphäre zum gemeinsamen Arbeiten ein, zum Ideen entwickeln, zum „zugehörig“ fühlen? Ja, an der Atmosphäre orientieren wie uns unbewusst zuerst. So wirkt sie unbewusst auch in eurem Team.

Wertschätzung durch eine vorbereitete Teamsitzung (Raum)

Überrasche dein Team zur nächsten Teamsitzung mit einer netten Raum-Atmosphäre. Hier gibt´s dazu für dich meinen Vorschlag:

  • Aufräumen
  • Material vorbereiten
  • Atmosphäre schaffen
  • Kleinigkeiten besorgen
  • Überraschender Start

3. Tipp: Grundsätze der Zusammenarbeit im Team

Wie kannst du jetzt – wo der Raum nett hergerichtet ist –  für eine gelingende Teamarbeit sorgen? Du hast die Kolleginnen schon mal mit einem ansprechend vorbereiteten Raum überrascht. Sorge für weitere Aha-Effekte. Als Tandem kannst du mit deiner Leitung Schritt für Schritt vorgehen.

Zunächst ist es wichtig, die gegenseitigen Erwartungen zu klären. Sind diese unklar, oder liegen sie sehr weit auseinander? Betrachte es als Geschenk! Dies ist ein guter Hinweis für dich: Die Ziele des Bundesprogramms sind offensichtlich nicht transparent im Team.

Da gilt es, die Programmziele zu erläutern. Ein Blick in den Förderantrag gibt einen Einblick in eure Ziele, die ihr vor Projektstart festgelegt habt. Falls sie euch unbekannt sind, schaut in den Antrag. Anschließend dürft ihr gemeinsam im Team überlegen, wie eure Ziele konkret umgesetzt werden sollen. also welche Maßnahmen, konkreten Aktivitäten führt ihr durch? So werden Aufgaben geklärt und die Arbeit gleichberechtigt verteilt.

Wichtig ist es, Absprachen und Verbindlichkeiten ernst zu nehmen. Kommunikationsregeln helfen beim wertschätzenden Umgang miteinander. Traut euch da ran! Fragt einfach, wie soll dir dein Gesprächsparter gegenübertreten? Wer es ausprobieren möchte: Die Nennungen auf Karten schreiben und dann wenige Regeln aufstellen – drei Regeln reichen völlig aus. Zum Beispiel „Wir schätzen uns wert“.

Die Teamsitzungen sollten inhaltlich effektiv gestaltet sein. Das ist bei euch der Fall – super! Ansonsten empfehle ich, eine Tagesordnung vorher bekanntzugeben, damit sich jeder vorbereiten kann. Weitere Tipps hierzu folgen …

Am Ende solltet ihr eure Absprachen im Ergebnisprotokoll festhalten.

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