Partizipation in der Kita – Warum ist es so wichtig,

Kinder in der Kita mitbestimmen zu lassen?

 

Eine Frage an dich:

Welche Fähigkeiten brauchen Kinder heute deiner Meinung nach, um einen guten Bildungsweg gehen zu können? Was möchtest du ihnen schon in der Kita mit auf dem Weg geben?

Was Kinder brauchen…

Während es früher meist wichtig war, Abläufe zu beherrschen, zum Beispiel in der Fabrik als Näherin, ist heute entscheidend, sich immer wieder neue Inhalte selbstständig anzueignen. Kinder sind gefordert, ihren eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und gut bedient mit vielfältigen Lernstrategien. Übertragen auf die Arbeit in der Kita heißt das, dass du überlegst, wie du als Entwicklungsbegleiterin dazu beitragen kannst, dass die Kinder deiner Gruppe sich neue Kompetenzen, Fähigkeiten und neues Wissen aneignen können.

Dazu ist es wichtig, dass die Kinder sich als selbstwirksam erleben, d. h. sie überlegen selbstständig, machen Fehler, korrigieren ihr Vorgehen, probieren etwas Neues. Gemeinsam mit anderen Kindern planen und handeln sie. In Peerbeziehungen entwickeln sie Strategien, um gemeinsam Probleme zu lösen. Mit diesem Verständnis ist es für Kinder in deiner Gruppe möglich, eigene Vorstellungen und die Anderer zu reflektieren. Die Kita eignet sich auch hervorragend dazu, Kindern die Möglichkeit zu bieten Empathie und Solidarität zu zeigen und erleben zu können.

So unterstützt du deine Kita-Kinder…

Ganz wichtig ist es heute, dass du die Kinder in deiner Gruppe zunehmend befähigst, Informationen zu beschaffen und die relevanten Informationen dann anschließend auswählen zu können. Wir haben heute so viele Möglichkeiten. Wie unterstützt du die Kinder dabei, gezielt auszuwählen und zu entscheiden?

Lernen findet statt, wenn die jeweilige Situation für das Kind BEDEUTSAM ist. Doch wann ist das der Fall? Die Kinder bringen ihre Bildungsthemen zu dir, indem sie nachfragen, es genauer wissen wollen. Diese goldenen Momente kannst du wunderbar nutzen, indem du sie aufgreifst und dich somit am Interesse des Kindes orientierst. Jetzt kommt der entscheidende Schritt: durch eine FORSCHENDE HALTUNG fragst du nach, möchtest dich gemeinsam mit dem Kind auf die Suche nach der Antwort machen. Und nein, du antwortest nicht immer direkt, sondern du ermunterst das Kind, die Antwort selbst zu entdecken, oder den Weg dorthin zu planen. Begib dich in die Rolle der „Lernenden„, oder der „Forscherin„.

Wie sieht eure Umsetzung von Partizipation derzeit aus?

Erzieherin I:

„Wir fragen die Kinder immer, was sie möchten und nehmen uns auch genügend Zeit, dies herauszufinden. Den Prozess der Entscheidungsfindung gestalten wir bewusst und wertschätzend. Ja, Partizipation ist für uns gelebter Kita-Alltag“.

 

Erzieherin II:

„Also wir können doch nicht alles mit den Kindern diskutieren. Wo kämen wir dann dann hin. Das wollen die Kinder auch nicht. Sie brauchen eine klare Vorgabe für ihre Orientierung“.

 

Diese beiden Aussagen stehen sinnbildlich für die sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Fachkräften in Kitas. Denken wir an Partizipation, so können wir in zahlreichen Kita-Teams erfahren, dass sie alle die Kinder sehr gerne beteiligen und mitbestimmen lassen wollen. Aber die Umsetzung gestaltet sich schwierig.

 

Stolpersteine bei der Umsetzung von Partizipation

Warum ist das so? Jedes Teammitglied hat ganz individuelle Vorstellungen davon, was Partizipation ist und wie sie gelingen kann. Der erste Schritt besteht darin, gemeinsam im Team zu definieren, was unter Partizipation verstanden werden soll. Beteiligung und Mitbestimmung – gut und schön – da stimmen alle zu. Aber: Wie und wo genau dürfen Kinder mitbestimmen und werden an Prozessen beteiligt? Und wo eben nicht? Warum nicht?

 

Partizipation heißt Entscheidungen mitgestalten

Wie kann es gelingen, den Kita-Alltag darauf hin zu überprüfen, wo Kinder mitentscheiden, allein mehrheitlich entscheiden ,oder eben nicht entscheiden können, aber informiert werden? In der Kita werden täglich viele Entscheidungen getroffen: Wie wird der aum gestaltet? Muss ich am Projekt teilnehmen? Darf ich mich jederzeit ausruhen? Kann ich entscheiden, was gekocht wird? Kann, oder muss ich einen Mittagsschlaf machen?

 

Partizipation ist mehr als zuhören, wenn Kinderwünsche geäußert werden

Partizipation stellt den Umgang mit Entscheidungsbefugnissen in den Vordergrund. Damit wird deutlich, dass es um Machtverteilung zwischen Erwachsenen und Kindern geht. Wer hat das Recht mitzubestimmen, wer erteilt dieses Recht, wer versagt oder entzieht das Recht?

 

Machtverteilung zwischen Erwachsenen und Kindern

Der freiwillige Verzicht auf Macht bedeute eine Machtabgabe des Erwachsenen und eine Kommunikation mit Kindern auf Augenhöhe. Freilich kann das nicht für jede Situation gelten. Aber die Kernfrage lautet hier: „Welche Konstellation zwischen ungleichen Partnern halten wir für angemessen?“ (Kupfer 1980, S. 19).

Kinder haben im Sinne der Partizipation das Recht, an Entscheidungen beteiligt zu werden, die ihr eigenes Leben betreffen. Meist handelt es sich um den Aspekt der Selbstbestimmung des einzelnen Kindes, wie z. B. „Muss ich Handschuhe und Mütze tragen?“ Oftmals werden allgemeine Regeln in der Kita für all diese Angelegenheiten aufgestellt, die eine Mitbestimmung und Beteiligung nicht ermöglichen, oder in nur sehr geringen Maße bieten. Dies ist zu hinterfragen. Natürlich geraten die Erwachsenen so oftmals in einen inneren Konflikt bzgl. ihrer eigenen Vorstellungen, wie etwas „zu sein“ hat.

Partizipation und Teamentwicklung

Der Link zu diesem Unterpunkt im letzten Blogartikel funktionierte nicht, deshalb hier noch einmal für dich: Teams, die sich mit Partizipation beschäftigen, starten mit Fragen zur eigenen inneren Einstellung: „Wie denkst du über Beteiligung, Mitbestimmung und Selbstbestimmung? Wo verläuft für dich die Grenze?“ Diese innere Haltung darf im Team diskutiert werden, um dann in einem gemeinsamen Prozess zum Teamkonsens zu führen. Die tägliche Arbeit wird hinterfragt.

In dieser Checkliste zeige ich dir einen kleinen Ausschnitt zu möglichen Fragen, die im Hinblick auf Beteiligung diskutiert werden dürfen.

 

MINI-WORKSHOP Partizipation

Möchtest du mit einer konkreten Checkliste die Umsetzung von Partizipation in deiner Kita voranbringen? In meinem Schnupper-Online-Workshop bekommst du Klarheit zu euren Teamentscheidungen bzgl. Partizipation. Du erhältst Handwerkszeug, mit dem du in deinem Team schauen kannst, in welchen Prozessen eure Kinder mitbestimmen dürfen, wo sie informiert werden und was sie ganz allein entscheiden können. Am Ende gibt es einen Umsetzungs-Fahrplan für deine Kita, mit dem du direkt loslegen kannst.

Der Workshop

wird als zweistündiges Webinar stattfinden. Bist du dabei? ich würde mich riesig freuen!

 

Hier geht´s zu weiteren Infos und zur Anmeldung zum Schnupper-Online-Workshop