Volle Kraft voraus – den Flow fördern

In meiner Blogserie „Stark im Kita-Alltag“ haben wir uns ja bereits die Themen Arbeitszufriedenheit (Teil I), Mitarbeiterengagement und Motivation (Teil II) und Arbeitsfreude (Teil III) angeschaut. 

In diesem Blogbeitrag (Teil V) geht es um den Flow im Kita-Alltag:

  • Was ist der Flow überhaupt?
  • Welche Wirkung hat der Flow?
  • Wie komme ich in den Flow?
  • Wie bringe ich den Flow in meinen Arbeitsalltag?
  • Wie fördere ich den Flow für meiner Mitarbeiter?

Sicherlich kennst du das: du bist gerade bei einer Sache, die dir Freude bereitet, die du interessant findest und die dich auch herausfordert. Du vergisst alles andere um dich herum, bist völlig konzentriert. Du bist zu 100% bei der Sache und vollständig im Hier und Jetzt. Scheinbar mühelos erbringst du Höchstleistungen und gehst in deiner Tätigkeit auf.

Wenn alles praktisch von alleine geht, wenn alles fließt, dann bist du im Flow. Flow bedeutet im Deutschen nichts anderes als fließen, rinnen, strömen. Dieser Zustand der höchsten Konzentration und Motivation löst ein tiefgehendes Glücksgefühl aus.

Der Flow Korridor

Flow wird möglich, wenn die Anforderungen, die an uns gestellt werden mit unseren Fähigkeiten im Gleichgewicht, in Balance sind. Die besten Leistungen erbringen wir nicht, wenn wir passiv sind oder Routinetätigkeiten ausüben, sondern wenn wir in Aktion treten und eine Aufgabe als besonders anspruchsvoll erleben. Wie wir unsere eigenen Fähigkeiten bezogen auf die Aufgabe bewerten, spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Nur wenn wir optimistisch und überzeugt davon sind, dass wir die Aufgabe erfolgreich bewältigen, werden wir in unserem Tun aufgehen und in den Zustand kommen, in dem alles mühelos zu fließen scheint.

Um das zu erreichen, ist es nötig, dass wir die eigenen Aufgaben und die unserer Mitarbeiter entsprechend optimieren. Wir müssen immer wieder neu Maß nehmen und die Aufgabe an unsere Fähigkeiten anpassen, um eine Balance zwischen beidem herzustellen. So können wir dafür sorgen, dass wir im sogenannten Flow-Korridor bleiben und Leistung, Motivation und Arbeitsfreude maximal steigern.

Nur, wenn die folgenden Aussagen zutreffen, können wir Flow erleben:

  • Ich habe klare Ziele für jeden Umsetzungsschritt.
  • Es gibt eine Balance zwischen Anforderungen und Fähigkeiten.
  • Ich kann mich ganz auf mein Tun konzentrieren.
  • Ich bekomme ein direktes Feedback.
  • Ich habe das Gefühl, es schaffen zu können.

Die positiven Wirkungen des Flow

  • Je ausgewogener die Balance zwischen Anforderungen und Fähigkeiten ist, desto besser bewertest du die Tätigkeit.
  • Du lernst, dich voll und ganz auf eine Sache einzulassen. Dadurch wird deine Konzentrationsfähigkeit trainiert.
  • Flow sorgt nachweislich für mehr Leistung und Erfolg im Beruf, beim Lernen und im Sport.
  • Du steigerst deine Kreativität.
  • Du wirst widerstandsfähiger gegen Stress und kannst mit den Unwägbarkeiten des Lebens besser umgehen.
  • Dein Selbstwertgefühl verbessert sich.

So bringst du mehr Flow in deinen Alltag

Flow kann man nicht erzwingen, aber du kannst die Voraussetzungen dafür schaffen, dass du noch öfter in diesen Zustand kommst. Dafür ist es wichtig, erst einmal herauszufinden, wann du bereits Flow erlebst und was es dir erleichtert, diesen Zustand zu erreichen.

Die folgende Übung hilft dir dabei:

Fertige eine Liste an mit etwa 10 Tätigkeiten, bei denen du immer wieder Flow erlebst. Überlege dann: Welche Rahmenbedingungen sind wichtig, damit diese Flow-Erfahrungen möglich sind? In welchem Zustand befindest du dich bevor du in den Flow kommst? Wie stark glaubst du bei diesen Aufgaben an den Erfolg deiner Tätigkeit? Wie klar ist dir das Ziel und wie genau kennst du deine Mittel? Formuliere nun deine persönliche Flow-Checkliste. Nutze diese bei der Planung zukünftiger Aufgaben.

Beispiel – Sabine formuliert ihre persönliche Checkliste:

  • Das Ziel meiner Tätigkeit ist klar umrissen. Es ist interessant und herausfordernd für mich. Äußere Ablenkungen z.B. Das Smartphone stelle ich, wenn möglich, ab. Alle nötigen Arbeitsmittel habe ich vor mir liegen. Ich habe mein Ziel vor Augen und kenne die notwendigen Schritte zum Ziel.
  • Ich setze meine Stärken ein, achte auf das, was funktioniert, und freue mich über meine Fortschritte. Das verstärkt meinen Flow.
  • Ich bin vollständig präsent im Hier und Jetzt.

Frage deine Mitarbeiter nach ihren Flow-Erlebnissen. Achte dabei auf ihre Stimme und Körpersprache, wenn sie darüber erzählen. Du wirst erstaunt sein, wie gut die Wirkung des Flow erkennbar ist. Macht euch gemeinsam daran, euren Kita-Alltag so zu gestalten, dass ihr mehr Flow-Momente erlebt.

Fördere als Kita-Leitung gezielt den Flow im Arbeitsalltag deiner Mitarbeiter. Eine positive Atmosphäre trägt dazu bei, dass Menschen sich mit ihren Talenten voll in die Arbeit einbringen – nicht, weil sie dazu gezwungen werden, sondern weil sie es selbst wollen. 

Literaturquellen:

  • Positive Psychologie, Haufe, Jörg Feuerborn, 2016, S. 52-60.

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