Mehr Engagement – Mitarbeiter motivieren

Was motiviert Mitarbeiter? Längst ist bekannt, dass Geld, Arbeitszeiten und gute Arbeitsbedingungen die Motivation der Mitarbeiter motivieren.

Im zweiten Teil meiner Blogserie „Stark im Kita-Alltag“ geht es um das Mitarbeiterengagement. Gemeinsam schauen wir uns in dieser Blogserie die Themen Arbeitszufriedenheit (Teil I bereits erschienen), Mitarbeiterengagement und Motivation (Teil II) und Arbeitsfreude (Teil III) an.

In diesem Blogbeitrag geht es um Mitarbeiterengagement und Motivation:

  • Rahmenbedingungen Engagement
  • Selbstwirksamkeit stärken
  • Hoffnung steigern
  • Resilienz erhöhen
  • Optimismus steigern

 

Wie kann es gelingen, Mitarbeiter zu motivieren, die mit einer Gehaltserhöhung nicht zu locken sind?

Diese Mitarbeiter wollen ganz besonders wirksam sein. Sie fragen sich, wie sie sich in den vorhandenen Strukturen des Kitaträgers entfalten und ihre Stärken einbringen können.

Passt die Führungskultur des Kitaträgers zu mir? Kann ich selbst Entscheidungen treffen und mich weiter entwickeln? Wie steht es mit der Teamkultur?

Beispiel Michaela:

Michaela ist Fachkraft in einer Kita A. Sie hat viele Freiräume, kann selbst Entscheidungen treffen und ihren Kita Alltag sehr autonom planen. Durch die Projektarbeit in der Kita ergeben sich immer wieder spannende Bildungssituationen.Ihre Kita Leitung kann sie immer um Rat fragen. Sie erhält konstruktives Feedback zu ihrer Arbeit. Michaela arbeitet gerne mit ihren Kolleginnen im Team zusammen. Auch die trägerübergreifenden Arbeitsgruppe erlebt sie als sehr harmonisch und fruchtbar.

Beispiel Karin:

Karin arbeitet als Fachkraft in der Kita B. Durch ihre Gruppenleitung und Kitaleitung sind ihr zahlreiche Vorgaben eng gesteckt. Es gibt ein Qualitätsmanagement mit vielen Verfahrensanweisungen, die wenig Freiraum lassen. Karin würde so gerne kreativer arbeiten. Sie hat eine Idee, wie die Eingewöhnungsphase harmonischer und stressfreier für Kinder Eltern und Erzieher gestaltet werden könnte. Die Vorgabe des Trägers muss befolgt werden: das Berliner Eingewöhnungsmodell wird eins zu eins umgesetzt. Wenn Karins Chefin etwas zu ihr sagt, ist es fast immer Kritik. Karin hat das Gefühl, ihre Ideen interessieren niemanden.

Karin und Michaela, zwei Fachkräfte in zwei unterschiedlichen Kitas: du weißt natürlich, welche Erzieherin stärker motiviert ist.

Checklisten Mitarbeiterengagement

Das folgende Handout kannst du benutzen, um zu klären, welche Rahmenbedingungen bereits erfüllt sind. An welchen Stellschrauben kannst du noch drehen, um das Mitarbeiterengagement zu erhöhen?

Wiederstandsfähigkeit pflegen und erhöhen Wir alle kennen den Spruch „ Stärken stärken und Schwächen schwächen“.

Wie kannst du die Wiederstandsfähigkeit erhöhen, persönliche Entwicklung ermöglichen und organisationnale Leistung kultivieren (in Anlehnung an Cameron et al. 2003).

 

Das psychologische Kapital der Mitarbeiter

In der positiven Psychologie wird das psychologische Kapital (kurz: (PsyCap) eines Mitarbeiters untersucht. Wie wertvoll ist die Ressource Mensch für das Unternehmen? In unserem Fall für den Kitaträger.

 

PsyCap setzt sich aus vier Faktoren zusammen:

1. Selbstwirksamkeit:

Wie überzeugt bin ich von meinen eigenen Fähigkeiten?

2. Hoffnung:

Wie stark fokussieren ich mich auf meine Ziele und halte daran fest?

3. Resilienz:

Wie bewältige ich Probleme und gehe ich mit Rückschlägen um?

4. Optimismus:

Wie optimistisch blicke ich in die Zukunft?

In einer groß angelegten Analyse wurde 2011 zusammen erfasst, welche positiven Auswirkungen es hat das psychologische Kapital der Mitarbeiter gezielt zu entwickeln (vgl. Avey et al. 2011).

 

Positive Effekte durch die Entwicklung des PsyCap

  • Meine Arbeitszufriedenheit steigt.
  • Ich bin gesünder (sinkende Krankenquoten). Ich entwickle mehr Eigeninitiative.
  • Meine Loyalität zum Arbeitgeber wächst.
  • Ich lerne schneller und bin kreativer.
  • Ich bin humorvoller.
  • Ich bin leichter zu führen.
  • Ich gehe ganz an den auf, was ich tue.

 

Wie du das psychologische Kapital erhöhen kannst

Um die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen, blicken wir auf die vier Faktoren des psychologischen Kapitals der Mitarbeiter:

 

1. Selbstwirksamkeit erhöhen

Als Selbstwirksamkeit bezeichnet man die Überzeugung, aufgrund eigener Kompetenz and gewünschte Handlung and erfolgreich ausführen zu können (Albert Bandura). Du kennst sicherlich dieses Gefühl, wenn du an dich glaubst und absolut überzeugt bist, die anstehende Aufgabe zu bewältigen. Du sagst dir: „ Das krieg ich hin!“

 

Der Grad der Selbstwirksamkeit wird durch folgende Faktoren beeinflusst:

  1. Kompetenzerwartung: was glaube ich, wie gut ich meine Kompetenzen bei der neuen Aufgabe abrufen kann?
  2. Ergebniserwartung: was glaube ich, welche Ziele ich erreichen kann?
  3. Positive und negative Emotionen, die sich aus diesen Erwartungen ergeben.

Hier kannst du dir das Handout  herunterladen:

Nutze deinen positiven Fokus. Neues Denken, Handeln oder Fühlen verändert die Verschaltungsmuster in unserem Gehirn. Wissenschaftler nennen dieses Änderungspotenzial die Neuroplastizität des Gehirns. Konzentriere dich in deiner Erinnerung auf das Positive, dass du erreicht hast. So kannst du deine Selbstwirksamkeit gut erhöhen

 

2. Die Hoffnung steigern

Wer genug Hoffnung hat, hat . . . 

  • den unbedingten willen, seine Ziele zu erreichen.
  • die Zuversicht, die Ziele selbst erreichen zu können
  • die Fähigkeit, Hindernisse zu meistern.

 

Wie sieht es in deiner Kita aus? Herrscht dort ein Klima, dass die Hoffnung der Mitarbeiter begünstigt? Finde es mit dem Handout heraus:

 

 

 

3. Die Widerstandskraft verbessern

Resiliente Menschen haben die Fähigkeit, belastende Situationen schnell zu verarbeiten und gestärkt aus ihnen hervor zu gehen. Resilienz lässt sich trainieren. Mitarbeiter können zunehmend widerstandsfähiger werden, wenn sie mit Zuversicht Krisen und emotionale Herausforderungen meistern.

Mit dem Handout kannst du prüfen, ob in eurer Kita ein resilienzförderndes Klima herrscht. Lade dir das Handout jetzt herunter.

In welchen Bereichen siehst du Handlungsbedarf? Sprich mit deinen Mitarbeitern darüber wie sie selbst ihre Situation einschätzen.

 

Tipps zur Verbesserung der Resilienz

  • Gemeinsam nach Auswegen aus der Krise suchen, anstatt Gründe für das misslingen zu diskutieren
  • Welche Stärken können der Mitarbeiterin, beziehungsweise dem Team in diesem Augenblick helfen, anstatt darüber nachzudenken, was noch alles passieren kann und was andere denken.
  • Rückschau halten, welche Situation habt ihr im Kita Alltag sonst schon gemeistert und wie gestärkt seid ihr daraus hervorgegangen. Nicht jammern.

 

Lass das lösungs und zielorientierte Denken bei dir und deinen Mitarbeitern zur Gewohnheit werden, damit ja optimistischer in die Zukunft blicken könnt.

 

4. Den Optimismus erhöhen

Optimistische Menschen gehen davon aus, dass ihre Handlungen und Situationen ein gutes Ergebnis haben werden.

 

Leitfragen zum Aufbau von Optimismus

  • Wie hast du bisher positive Ergebnisse erzielt und was War konkret dein Beitrag?
  • Welcher hilfreiche glaube über dich selbst ist dabei entstanden? (Beispiel was ich will, das schaffe ich auch.)
  • Wie unterstütze ich meine Mitarbeiter dabei, mit Misserfolgen umzugehen und daraus zu lernen?
  • Wie helfe ich Ihnen dabei, realistisch zu reflektieren, statt perfektionistisch auf Defizite zu fokussieren?

 

Lade dir hier das Handout zur Reflexion herunter.

 

 

Jetzt weißt du, wie du dein eigenes und das psychologische Kapital deiner Mitarbeitenden im Kita-Alltag stärken kannst. Der nächste Schritt besteht darin, herauszufinden, wie man die Arbeitsfreude fördert. Du erfährst, welche Bedingungen erfüllt sein sollten, damit sich Motivation und Arbeitsfreude entfalten können. 

Kann man eigentlich Berufung im Job entwickeln? Lass dich überraschen und freu dich auf meinen nächsten Blogartikel!

Literaturquellen:

  • Positive Psychologie, Haufe, Jörg Feuerborn, 2016, S. 21-33.
  • Avey/Reichaerd/Luthans/Mhatre (2011). Meta-analysis of the impact of positive psychological capital on empoyee attitudes, behaviors and performance.Human Resource Development Quarterly 22 (2), pp. 127-152.
  • Cameron (2012). Positive Leadership:Strategies for extraordinary performance. Berret-Koehler Publishers.