Sich selbst motivieren oder Selbstmotivation?

Sich selbst motivieren. Geht das überhaupt? Sicherlich hast du auch schon gehört, dass uns als Arbeitnehmer nicht das Geld oder die Zeit motivieren, sondern die Akzeptanz durch die Führungskraft. Wir können andere Menschen nicht motivieren, denn jeder Mensch ist aus sich selbst heraus motiviert, weil er ein für sich bedeutsames Motiv hat, etwas zu tun. Das nennt man sich selbst motivieren.

Aber was bedeutet das für die Kita Praxis? Werfen wir einmal einen Blick auf deine Teammitglieder.

Stell dir vor deinem geistigen Auge eine besonders motivierte Mitarbeiterin vor. Wir nennen sie mal Petra. Petra hat als Erzieherin eine Zusatzausbildung zum Motopädin gemacht. Nun hat der Träger beschlossen, dass alle Kitas sich auf den Weg zum Bewegungs-kindergarten machen. In der Teamsitzung hast du bemerkt, dass Petra schon in den Startlöchern sitzt. Petra kann es kaum abwarten, bis die Team-Qualifizierung startet und schmiedet schon die ersten Pläne. Sie ist also hoch motiviert.

Ein anderes Team Mitglied ist Ute. Sie arbeitet 19 Stunden und hat drei kleine Kinder zu Hause. Ute macht sich schon Sorgen, wie sie die Team-Qualifizierung mit zusätzlichen Überstunden schaffen soll. Schließlich ist sie eine Teilzeitbeschäftigte und als Mutter von drei kleinen Kindern ziemlich ausgelastet. Utes Motiv ist es, die Arbeit mit der Familie gut vereinbaren zu können.

Beide Beispiele zeigen sehr schön, dass das Motiv entscheidend ist, ob du selbst oder deine Mitarbeitenden motiviert sind.

 

Was bedeutet das für dich als Führungskraft?

Hilfreich ist es, die Motive der Mitarbeitenden zu kennen. Ein ressourcenorientiertes Menschenbild hilft dir genau an dieser Stelle weiter. Wenn du die Interessen und Motive deiner Team-Mitglieder kennst, kannst du die Motive deines Gegenübers in eurer Kommunikation mit einbeziehen. Nicht immer ist das möglich, das ist schon klar. Überlege dir, in welchen Situationen es für dich hilfreich ist, die Motive deines Gesprächspartners zu kennen, um diese zielführend im Gespräch einbauen zu können.

Wir wissen heute auch, dass die höchste Motivation dann entsteht, wenn wir ein mittleres Anforderungsniveau zwischen Über- und Unterforderung anstreben. Dann sprechen wir vom Flow.

Wusstest du, dass Gefühle im engen Zusammenhang mit Motivation stehen? Wir können noch so viel über die rationale Ebene erklären und argumentieren. Unsere mit dem jeweiligen Thema verbundenen Gefühle entscheiden jedoch maßgeblich darüber, wie motiviert wir sind. Wenn du beispielsweise auf dem Weg zur Kitaleitung bist, stellst du dir bestimmt oft vor, wie es ist bereits Kitaleitung zu sein. Wie fühlst du dich dann? Woran denkst du? Vielleicht nimmst du dich als erfolgreicher Team-Player wahr und fühlst dich verbunden mit deinem Team. Was ist es bei dir?

Eines ist klar, nichts steigert die Motivation mehr als Erfolg. Wenn du dich mehr motivieren möchtest, mach dir die Meilensteine auf dem Weg zu deinem Ziel bewusst. Immer wenn du einen Schritt weiter bist, feier deinen Erfolg. Machst du beispielsweise den Fachwirt, dann kannst du nach jeder Hausarbeit oder Prüfung deinen persönlichen Erfolg feiern.

Kennst du die sich selbst erfüllende Prophezeiung? Goethe sagte dazu:

 

„Behandle die Menschen so, als wären sie das, was sie sein sollten und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.“

 

Wir alle wünschen uns Glück und Erfolg in unserem Leben. Sicherlich wünschst du dir dies auch für deinen Kita Alltag.

Entscheidend für mehr Glück und Erfolg im Leben ist nicht die Fachkompetenz oder die Erfahrung, sondern die Erklärungsmuster eines Menschen, die einen wichtigen Ansatz für unsere Selbstmotivation darstellen.

Bestimmt hast du schon von Menschen gehört, die in den schlimmsten Katastrophen immer noch zuversichtlich bleiben und nach vorne schauen, während andere an ihrer Situation vollkommen verzweifeln.

Beispielhaft kommen wir auf Petra und Ute zurück. Ute hat heute ein Elterngespräch in der Kita mit einer Mutter, mit der sie überhaupt nicht klarkommt. Das Gespräch ist nicht zielführend und beide finden keinen gemeinsamen Nenner. Ute denkt sich, das ist heute nicht mein Tag. Am selbigen Tag hat die Kollegin Petra hat ebenfalls ein schwieriges Elterngespräch. Dieses Gespräch ist auch nicht zufriedenstellend gelaufen. Petra denkt sich jedoch: „Was soll’s, beim nächsten Mal klappt es besser.“

Wie denkst du darüber? Wie werden Ute und Petra in das nächste Elterngespräch gehen?

Ute wird vermutlich schlecht gelaunt in das nächste Elterngespräch gehen, denn sie denkt, sie hat heute einen schlechten Tag. Natürlich bemerkt die Mutter im Folgegespräch diese schlechte Laune. Daraufhin läuft auch dieses Gespräch nicht gut. Ute schiebt die Schuld auf den Tag, der ja nicht ihr Tag ist. Petra führt hingegen ein sehr gutes Folgegespräch. Sie ist zufrieden mit dem Ergebnis, weil sie gut gelaunt und motiviert in dieses Gespräch eingestiegen ist. Beide Kolleginnen haben im Erstgespräch einen ähnlichen Gesprächsverlauf erlebt. Jede erklärte sich jedoch das erste Elterngespräch anders. Utes Erklärung war destruktiv, Petras Erklärung war konstruktiv und sie konnte sich selbst motivieren.

 

Was kannst du daraus mitnehmen?

Erfolgreiche und zufriedene Menschen gehen mit Rückschlägen anders um. Sie betrachten Rückschläge nur als vorübergehend oder als noch nicht erreicht. Erfolge hingegen sind in ihren Augen dauerhaft. Erfolge und Misserfolge werden demnach individuell wahrgenommen und interpretiert. Wenn du dir sagst es ist ein Erfolg, dann ist es ein Erfolg. Wenn du aber sagst es ist ein Misserfolg, dann ist es auch ein Misserfolg. Die Welt ist so, wie du sie siehst!

Menschen die unzufrieden sind, betrachten Rückschläge als dauerhaft, typisch und Erfolge als Zufall oder auch Glück. Häufig spielen diese Personen ihre Erfolge herunter.

 

Wie schaut es bei dir aus?

Spielst du deine Erfolge herunter? Wenn du aus den negativen Eigenbewertungen und daraus resultierenden Gefühlen loskommen möchtest, dann organisiere dir eine Beratung oder ein Coaching. Du kannst dich aber auch mit Gleichgesinnten austauschen. Wichtig ist für dich, zu lernen deine Einstellungen und Erklärungsmuster ins Positive zu verändern. Wenn du schon viel unternommen hast und einfach nicht weiterkommst, dann sprich mit dem Arzt deines Vertrauens, um eine mögliche Depression auszuschließen.

 

7 Tipps, wie du deine Selbstmotivation steigern kannst

Nun möchte ich dir 7 Wege zeigen, wie man sich selbst motivieren kann.

  1. Welche Aufgaben und Maßnahmen interessieren dich? Welche Aufgaben und Maßnahmen können neue Fähigkeiten in dir zum Vorschein bringen?
  2. Was begeistert dich? Was sind deine Fantasien, Wunschbilder und Tagträume? Wie kannst du diese motivierend ausbauen?
  3. Wie kannst du die einzelnen Meilensteine auf dem Weg zu deinem Ziel noch bewusster feiern, dich belohnen und dir ausreichend Gutes tun?
  4. Kannst du deine Arbeitssituation so gestalten, dass möglichst viele förderliche positive Bedingungen vorhanden sind? Jeder noch so kleine Schritt kann hilfreich sein.
  5. Welche Möglichkeit gibt es, an deinen Verhaltensmustern zu arbeiten? Beispiel: Wenn du merkst, dass du unkonzentriert bist, dann mache sofort eine Pause.
  6. Übe dich in Achtsamkeit und Dankbarkeit. Denk positiv und überlege dir täglich, wofür du dankbar bist. Führe auch positive Selbstgespräche. Zum Beispiel im Auto – da kann dich keiner hören 😉
  7. Wie ist deine Einstellung, mit der du täglich zur Arbeit gehst? Was geht dir morgens durch den Kopf. Welches Kopfkino könnte dich besser stimmen?

Das waren sieben Tipps, die dich auf deinem Weg zu mehr Selbstmotivation sofort einen Schritt weiterbringen. Wenn du noch mehr darüber lesen möchtest, schau gern in meine Blogserie „Stark im Alltag“ rein. Hier behandle ich die Themen Arbeitsfreude, Arbeitszufriedenheit und Motivation sowie den Flow. Vielleicht findest du auch hier den einen oder anderen nützlichen Hinweis für dich.

Um deine Selbstmotivation zu erhöhen, kannst du dir jetzt meine sieben Tipps herunterladen: 

Du stehst in den Startlöchern, bald wirst du Chefin sein. Ich weiß noch genau, wie es bei mir war. Einerseits Vorfreude auf diese neue Aufgabe, so viel Gestaltungsraum, den ich nutzen kann. Andererseits, fragte ich mich, ob ich es hinkriege, heute Kollegin und morgen Chefin zu sein? Eigentlich wollte ich keine Chefin sein, sondern eine Leiterin, die mit ihrem Team auf Augenhöhe  zusammenarbeitet und demokratisch über Dinge abstimmt.

Das klappte nicht so ganz. Es gab Meinungsverschiedenheiten und ich war nicht gewohnt, mit solchen Situationen umzugehen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, gelernt, wie man Konflikte moderiert, Mitarbeitergespräche führt, Entscheidungen trifft, Prioritäten setzt  uvm.

Fühlst du dich allein gelassen auf dem Weg zur Leiterin?

Entwickle deinen Fahrplan und eine klare Struktur für deinen Start als Führungskraft in der Kita! Dein roter Faden für mehr Sicherheit als Leitung, oder Stellvertretung. Erfolgreiche Teamsitzungen, die Vertrauen schaffen und dich mit den richtigen Inhalten voranbringen.  Absolute Klarheit über deine Aufgaben und Prioritäten im ersten Kita-Jahr

Ich werde im März allen angehenden Kita-Leitungen, Stellvertretungen und denen, die es werden wollen meine persönliche Begleitung anbieten. Es gibt ein 3-monatiges Online-Gruppenprogramm. Wenn du richtig durchstarten willst kannst du dich auch 5 Monate von mir begleiten lassen.

Ich habe ein spannendes Paket für dich zusammengestellt. Wenn du mehr erfahren willst, schicke ich dir gerne weitere Infos.

 

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Tanja Köster