„So schaffst du den Spagat zwischen Gruppe & Büro“ – Teil I

Heute erzähle ich dir, was Partizipation mit dem Spagat zwischen Gruppe und Büro zu tun hat. Dazu gebe ich dir 5 Tipps, die es dir leichter machen werden, diesen Spagat zu bewältigen. Mit diesem Blogbeitrag beginnt eine spannende 3-teilige Reihe.

In meiner Facebook Gruppe „Kita Leitung Community“, wo es thematisch um die Unterstützung für Kita Fachkräfte geht, die sich auf den Weg zur Kitaleitung machen oder bereit dafür sind, habe ich eine Umfrage gestartet. Ich wollte wissen, welche Herausforderung bei meinen Community Mitgliedern gerade die größte ist. Das Ergebnis war mehr als eindeutig.

Für die meisten meiner Community Mitglieder, ist der Spagat zwischen Gruppe und Büro der größte Stolperstein. Dieses Ergebnis habe ich zum Anlass genommen, in einer dreiteiligen Reihe euch unter die Arme zu greifen. Im ersten Teil geht es um die Team-Partizipation und Perfektionismus.

Warum fällt es uns in den sozialen Berufen häufig schwer, diesen Spagat hinzubekommen? Geh mal kurz in dich und frag dich, ob du diesen Zustand auch kennst.

Du bist geistig, emotional und körperlich erschöpft!

Du engagierst dich in hohem Maße für die Belange in deiner Kita!

Hast du dich schon mal dabei ertappt, nicht mehr abschalten zu können und hast du deine Bedürfnisse hin und wieder hintenangestellt?

Damit du in Zukunft mit Leichtigkeit zwischen der Gruppen- und Büroarbeit wechseln kannst, ohne in Stress zu geraten, habe ich für dich 5 Tipps zusammengestellt.

Gefühls- und Bedürfnisbarometer Tipp 1: Mach dir deine Bedürfnisse und Aufgaben bewusst!

Wie sieht es aktuell mit deinem Gefühls- und Bedürfnisbarometer aus? Hast du überwiegend positive Gedanken und Gefühle, wenn du an die Arbeit in der Kita denkst?

Wie steht es um deine Bedürfnisse? Achtest du ausreichend auf deine Wünsche? Oder bist du gerade eher im Gefühlschaos unterwegs? Viel zu viele Überstunden und keine Zeit mehr für Schönes und Gutes in deinem Leben?

Was hat das jetzt alles mit dem Spagat zwischen Gruppe und Büro zu tun fragst du dich vielleicht?

Zu aller erst ist es wichtig, dass du deine eigenen Bedürfnisse kennst. Wenn du ein Bewusstsein für deine Bedürfnisse hast, kannst du auch unabhängiger von den Bedürfnissen anderer sein. Die Bedürfnisse kannst du in diesem Fall auch um deine Aufgaben erweitern. Mach dir bewusst was deine Aufgaben sind, als Fachkraft in der Gruppe und als Stellvertretung oder Kita Leitung. Welche Aufgaben bleiben eher liegen? Welche Aufgaben lösen schlechte Gefühle aus? Benenne für dich diese negativen Gefühle und frage dich, welche negativen Gefühle erlebst du besonders häufig?

Gute Energie Tipp 2: Bring dich in eine gute Energie!

Du weißt jetzt, welche negativen Gefühle dich energielos machen und schlechte Laune bringen. Jetzt drehen wir die Sache um:

Welche Bedürfnisse sind bei dir nicht befriedigt?

Es kann sein, dass du ausschließlich in der Gruppe arbeitest und für deine Leitungsaufgaben keine Zeit findest. Dies löst wahrscheinlich schlechte Laune und schlechte Gefühle in dir aus. Du fühlst dich überlastet, unsicher und total erschöpft.

Welche Bedürfnisse werden bei dir da gerade nicht erfüllt? Du möchtest dich entspannt, energiegeladen, sicher und wirksam in der Arbeit erleben. Wie kannst du das umsetzen?

Das 6-Minuten-TagebuchFür mehr positive Energie arbeite ich mit dem 6-Minuten-Tagebuch

Ich bin eher ein ungeduldiger Typ und brauche Dinge, die schnell funktionieren. Da kam das 6-Minuten-Tagebuch gerade richtig. Morgens und abends notiere ich mir jeweils drei Aspekte. Das sind drei Dingen, für die ich dankbar bin. Dann beantworte ich die Frage, was würde den heutigen Tag wundervoll machen? Als drittes notiere ich mir eine positive Selbstbekräftigung, zum Beispiel ich bin souverän und geduldig. Abends schreibe ich mir einen Satz auf zu der Frage, was habe ich heute Gutes für jemanden getan? Die zweite Frage lautet, was werde ich morgen besser machen? Als letztes notiere ich mir drei tolle Dinge, die ich heute erlebt habe.

So lenke ich den Fokus auf das Positive. Wenn dich das 6-Minuten-Tagebuch interessiert, schau gerne in die Shownotes, dort verlinke ich dir das Buch.

 

Tipp 3: Lenke deinen Fokus auf das Veränderbare und vermeide Restriktionen

Verschaffe dir absolute Klarheit über deinen Rahmen. Mach dir klar, was nicht veränderbar ist.

Beim Spagat zwischen Gruppe und Büro kann das für dich zum Beispiel bedeuten, dass deine Stunden als Fachkraft und als Leitung feststehen. Ebenso ist deine Position als Fachkraft und Kitaleitung festgelegt. Vermeide es, dich über diese Fakten aufzuregen. Verwende dafür so wenig Zeit, wie möglich. Diese Gedanken schwächen dich und bringen dich in die Problemhypnose.

Fokus auf Veränderbares könnte z.B. der Dienstplan, der Personaleinsatz, sowie die Aufgabenverteilung sein. Oder auch ein Coaching, wie dies umzusetzen ist.

 

Tipp 4: Beteilige dein Team

Es ist mega wichtig, dass du die Vorstellungen und die Bedürfnisse deiner Team-Kollegen mit einbeziehst. Das darfst du dir wie ein Orchester vorstellen. Ich habe einige Jahre Querflöte im Orchester gespielt und ich weiß, ein gutes Ergebnis bedeutet, dass jeder Einzelne seinen Teil dazu beiträgt. In diesem Fall geht es darum, gemeinsam zu starten und zu enden. Wie würde sich das Lied anhören, wenn jeder zu spielen beginnt, wann er möchte? Ein harmonisches Ergebnis verlangt Teamgeist, so auch im Kita-Team.

An dieser Stelle ist mein Impuls für dich, betrachte das Info- und Besprechungsmanagement in eurer Kita. Läuft das rund? Oder ist es verbesserungswürdig?

In diesem Zusammenhang werden oft Argumente wie Zeitmangel angeführt. Da lehne ich mich jetzt weit aus dem Fenster. Zeitmangel heißt, die Prioritäten liegen woanders. Überlege dir einmal, wie viel Zeit du für Teamkonflikte aufwendest. Es ist wirklich sehr ratsam, Prozesse und Abläufe im Team gemeinsam abzustimmen und für Transparenz zu sorgen. Natürlich können nicht alle Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt werden, aber es kann im Team gemeinsam nach vertretbaren Lösungen geschaut werden.

Tipp 5: Der Index Inklusion

Schau dir den Indikator 1.3 im Index Inklusion an: „Das gesamte Team arbeitet gut zusammen“. Nimm dir mit deinem Team die Zeit dafür, die Index Fragen gemeinsam zu beantworten. Mit diesem Indikator schaffst du Transparenz und Abstimmung sowie Beteiligung aller Kolleginnen und Kollegen. Ich nenne dir ein paar Fragen, die ihr gemeinsam am Teamtag oder in einer Teamsitzung beantworten könnt.

Gibt es eine Verständigung darüber was ein gutes Team ausmacht?

Welche Schritte werden überlegt, um Team-Entwicklungsprozesse gemeinsam zu gestalten?

Gibt es Kriterien für eine kontinuierliche gute Team-Entwicklung und werden gemeinsam Prioritäten gesetzt?

Sind alle Mitarbeiterinnen an der Planung und Evaluation der Team-Entwicklung beteiligt?

Wie werden die unterschiedlichen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen im Team genutzt?

Es gibt noch einige weitere Fragen. Wenn dich der Index für Inklusion interessiert, schau dich gern unter diesem Link um. Zum Thema Prioritäten richtig setzen, kann ich dir meinen Blogartikel ans Herz legen.

Im folgenden Arbeitsblatt mit dem Themenschwerpunkt Partizipation und Teambeteiligung kannst du dir die Fragen Schritt für Schritt selbst erarbeiten.

 

Du stehst in den Startlöchern, bald wirst du Chefin sein. Ich weiß noch genau, wie es bei mir war. Einerseits Vorfreude auf diese neue Aufgabe, so viel Gestaltungsraum, den ich nutzen kann. Andererseits, fragte ich mich, ob ich es hinkriege, heute Kollegin und morgen Chefin zu sein? Eigentlich wollte ich keine Chefin sein, sondern eine Leiterin, die mit ihrem Team auf Augenhöhe  zusammenarbeitet und demokratisch über Dinge abstimmt.

Das klappte nicht so ganz. Es gab Meinungsverschiedenheiten und ich war nicht gewohnt, mit solchen Situationen umzugehen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, gelernt, wie man Konflikte moderiert, Mitarbeitergespräche führt, Entscheidungen trifft, Prioritäten setzt  uvm.

Fühlst du dich allein gelassen auf dem Weg zur Leiterin?

Entwickle deinen Fahrplan und eine klare Struktur für deinen Start als Führungskraft in der Kita! Dein roter Faden für mehr Sicherheit als Leitung, oder Stellvertretung. Erfolgreiche Teamsitzungen, die Vertrauen schaffen und dich mit den richtigen Inhalten voranbringen.  Absolute Klarheit über deine Aufgaben und Prioritäten im ersten Kita-Jahr

Ich werde im März allen angehenden Kita-Leitungen, Stellvertretungen und denen, die es werden wollen meine persönliche Begleitung anbieten. Es gibt ein 3-monatiges Online-Gruppenprogramm. Wenn du richtig durchstarten willst kannst du dich auch 5 Monate von mir begleiten lassen.

Ich habe ein spannendes Paket für dich zusammengestellt. Wenn du mehr erfahren willst, schicke ich dir gerne weitere Infos.

 

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Tanja Köster