Von der Kollegin zur Vorgesetzten

Im siebten Teil meiner Blog-Serie „Stark im Kita-Alltag“ zeig ich dir, wie du den Rollenwechsel von der Kollegin zur Vorgesetzten schaffst, damit du souverän und mit Freude jeden Tag auf´s Neue in deine Kita gehst. Ich erzähle dir, wie du es schaffen kannst dich mit deiner neuen Führungsposition zu identifizieren. Dazu schauen wir auf deine Aufgaben und klären, was nicht deine Aufgaben sind. Am Ende der Folge weißt du, auf was du dich konzentrieren solltest und was du gut und gerne Weg lassen kannst.

Ich erinnere mich genau, wie schwer es mir viel, mich als frische Kita-Leitung mit meiner Aufgabe und Rolle als Führungskraft zu identifizieren. Geht es dir auch so? Wenn du aus der pädagogischen Arbeit heraus erstmals eine Kitaleitung übernimmst, fühlen sich die neuen Aufgaben noch sehr fremd an. Insbesondere die Verwaltungsaufgaben, das Arbeiten im Büro ist ja ganz neu. Hinzu kommt die Mitarbeiterführung. Dafür benötigst du eine gewisse Autorität, ein gutes Selbstbewusstsein. Auch Durchsetzungsstärke und Dranbleiben ist wichtig.

Wie gelingt es dir, die Büroarbeit für dich selbst auf Priorität zu setzen? Wie bekommst du es hin, dass du die Verwaltungsaufgaben als Kernaufgabe siehst und nicht mehr denkst, dass du sie nebenbei machen musst?

Mein erster Tipp: Finde deine eigene Rolle

Manchmal bist du in alten Rollenbildern und Erwartungen gefangen. Das kann dich verunsichern. Du merkst es daran, dass du dich ständig fragst, ob du alles richtig machst und allen Kindern, Eltern und Kollegen gerecht werden kannst. Diese Rollenunklarheit darfst du für dich als erstes lösen. Wenn du aus der pädagogischen Arbeit als Fachkraft jetzt in die Führungsposition kommst, bist du wahrscheinlich nicht auf deine Leitungsaufgabe vorbereitet.

  • Frage bei deinem Träger nach der Stellenbeschreibung für dich als Kitaleitung.
  • Verschaffte dir einen Überblick über deine konkreten Aufgaben.
  • Notiere dir genau, was deine Aufgaben sind. Kläre in einem Gespräch mit deinem Träger, welche Aufgaben dir unklar sind.

Mein zweiter Tipp: Setze Prioritäten

Wenn du deine Aufgaben zusammengestellt hast, kannst du Prioritäten setzen. Welche Aufgaben erledigst du selber? Welche Aufgaben kannst du delegieren? Lass dir mit dem Delegieren etwas Zeit und beziehe nach und nach deine Kolleginnen mit ein.

Mein dritter Tipp: Hol dir Unterstützung

Hole dir Unterstützung vom Träger. In regelmäßigen Trägergesprächen kannst du eine gemeinsame Sprache mit deinem Träger finden und gemeinsam die Kita weiter entwickeln. Außerdem solltest du Beratung und Coaching für Führungskräfte nutzen. Dort kannst du mit Gleichgesinnten in der Gruppe, oder auch allein nur mit dem Coach mehr Klarheit bekommen.

Mein vierter Tipp: Betrachte Leitungsaufgaben als Kernaufgabe

Betrachte Leitungsaufgaben als Kernaufgabe. Als frische Kita-Leitung kommst du aus der pädagogischen Arbeit und bist es gewohnt, hauptsächlich im Tagesgeschäft mit zu arbeiten. Je nachdem ob du freigestellt bist, teilweise freigestellt bist, oder nur wenige Stunden für deine Leitungsaufgabe zur Verfügung hast, wirst du also mehr oder weniger im Gruppendienst tätig sein. Auch wenn du nicht freigestellt bist, mach dir klar, dass du Zeit für die Leitungsaufgaben benötigst und setze diese Aufgaben für dich auf eine hohe Priorität.

Hier liegt der Hase im Pfeffer: Betrachte die Leitungsaufgaben nicht stiefmütterlich, sondern erkenne sie in ihrer Wichtigkeit an. Auch wenn es schwer ist im Team für Büroaufgaben Akzeptanz zu bekommen, sei Vorbild und gib dir und diesen Aufgaben den notwendigen Raum.

Mein fünfter Tipp: Delegieren oder „Weglassen“

Mach dir klar, was genau nicht deine Aufgaben sind. Je nach Anteil deiner Leitungsfreistellung ist es nur begrenzt deiner Aufgabe im Gruppendienst mit zu arbeiten. Natürlich bestehen Ausnahmen, wenn Not am Mann ist. Da sind wir uns einig.

Du bist auch nicht dazu da, um Lösungen für alle Probleme der Mitarbeitenden zu finden. Lerne, diese Situationen auch mal auszuhalten und gebe den Kolleginnen so die Möglichkeit, an ihrer Herausforderung zu wachsen. Übernimm auch nicht alle möglichen Aufgaben, die deine Kolleginnen und Kollegen selbst erfüllen können. Grenze dich eben so von Trägeraufgaben ab und überlege dir, ob du zuständig bist oder eher dein Träger gefragt ist.

Du musst auch nicht zu jeder Zeit alle möglichen Anfragen bearbeiten. Überlege dir genau, welche Anfragen du direkt erledigst und welche du später, oder auch gar nicht bearbeitest. Setze Prioritäten und lasse einige Dinge bewusst weg. Ansonsten ist die Gefahr groß dass du schnell überlastet bist und denkst, dass du diese Aufgabe gar nicht gewachsen bist.

Jetzt habe ich noch eine letzte Sache, die absolut nicht zu deinen Aufgaben gehört: du musst nicht alle Zwischenschritte und Ergebnisse kontrollieren. Übertrage nicht nur kleine Teilaufgaben, sondern die Gesamtverantwortung für die ganze Aufgabe an geeignete Kollegen.

Kennst du meinen exklusiven Mitgliederbereich?

In der Kita-Community Akademie (Online-Mitgliederbereich) begleite dich über ein Jahr, bzw. mehrere Wochen mit Video-Botschaften, Übungen für deinen Alltag und gemeinsamer Reflexion dabei, den beruflichen und persönlichen Weg zu finden, der zu dir passt.

Außerdem beantworte ich in Live-Q&A-Sessions alle deine persönlichen Fragen, damit deine Themen und Ziele den idealen Raum haben, um sich zu entwickeln. Wenn du auch Lust hast, Arbeit und Leben neu zu denken und mit kraftvollen Routinen zu wachsen, findest du hier weitere Informationen zur Kita-Community Akademie.

Fazit

Lass mich diese Folge für dich noch einmal kurz zusammenfassen. Wir haben darüber gesprochen wie du deinen Weg von der Kollegin zur Vorgesetzten gut meistern kannst. Mit meinen fünf Tipps möchte ich dich dabei unterstützen.

1. Mach dir deine Rolle als Führungskraft Kraft klar.

2. Setze Prioritäten und kläre was deine Aufgaben sind.

3. Hol dir Unterstützung von deinem Kita-Träger.

4. Betrachte deine Leitungsaufgaben als Kernaufgaben.

5. Mach dir klar was genau nicht deine Aufgaben sind. Delegiere sie, oder lasse sie weg.

Als Kita Leitung bist du nicht die eierlegende Wollmilchsau. Jeder hat Stärken und Schwächen. Als Kita Leitung bist du die Steuerfrau, die Moderatorin,die Organisatorin die Beraterin, die Vermittlerin und Innovatorin.

Schaffst du das? Jeden Tag? Ich denke nicht und das ist auch okay. Denk auch an dich und gönn dir Pausen damit dein Job als Kita-Leitung dich erfüllt und du jeden Tag aufs Neue zufrieden zur Kita gehen kannst.

 

Ich habe dir drei Schritte für einen gelingenden Einstieg als Kita-Leitung zusammengefasst. Lade dir gerne das PDF herunter!

 

Konntest du aus diesem Artikel für dich etwas umsetzen? Erzähl mir von deinen Erfahrungen. Nutze dafür gern die Kommentarfunktion. Im nächsten Blogartikel wird es um das „Positive Arbeitsklima“ gehen. Du darfst also schon gespannt sein! Bis dahin wünsche ich dir einen guten Rollenwechsel!

Das könnte dich auch  interessieren: 

Mein Führungskompetenzen-Check! Finde heraus, wo deine Stärken liegen!

Tanja Köster

Letzte Artikel von Tanja Köster (Alle anzeigen)