Trau Dich Du selbst zu sein – gerade in der Führungsrolle.

Gast Blogartikel von Petra Pfeiffer. 

Neue Rolle, neues Glück. Ganz so leicht und einfach fällt der Sprung in eine neue Aufgabe meist nicht. Schon gar nicht in die Führungsrolle. Unabhängig davon wie sehr sie gewollt ist. Je dichter der Tag X rückt, desto mehr Fragen, Unsicherheiten und vor allem Selbstzweifel tauchen auf.

Die ersten 100 Tage sollen ja bekanntlich entscheidend sein als neue Führungskraft. Doch was passiert, wenn ich da etwas falsch mache? Wobei, ganz ehrlich, ich ja nicht einmal weiß, was falsch oder richtig ist. Was ist, wenn mich keiner akzeptiert oder schlimmer noch, nicht mehr so mag wie vorher? Ja, wie nett darf ich denn überhaupt noch sein zu meinen ehemaligen Kolleginnen?

WIE ist hier die Frage

So oder ähnlich schwirren die Fragen im Kopf herum, verursachen Kopfzerbrechen oder gar Bauchweh und bleiben vor allem ungelöst. Denn von dem, WAS in die Menge der zu erledigenden Führungsaufgaben hineinfällt, mag eine ganze Liste existieren. Doch das WIE bleibt ein Land mit sieben Siegeln. Und bei möglichen Vorgängerinnen oder Vorgängern abgucken, dass bringt meist nicht so recht weiter.

Verständlich, dass genau jetzt plötzlich Ängste hochkommen, die jedoch in der Regel lieber weggedrückt werden. Schließlich passt das doch nicht zu einer Führungskraft. Oder etwa doch? Und mit den noch und bald ehemaligen Kolleginnen ist das kein geeignetes Thema zum Ansprechen. So bleibt die Angst und das Unbehagen allein auf der Strecke.

Angst ist Dein Wegweiser wenn Du ihn nutzt.

Im Grunde genommen ist dieser Prozess ganz normal.  Und, was viel wichtiger ist, es ist ein wertvoller Wegweiser für genau das persönliche Wachstum, welches für die neue Findung in der neuen Rolle ansteht. Jedoch nicht durch Überwindung. Nicht durch Wegdrücken und so tun als ob es nicht existiert. Nein, auch nicht durch Stärke oben drüber legen aus zusätzlicher Angst vor dieser vermeintlichen Schwäche.

Führung ist weder stark, noch männlich, noch knallhart, noch unantastbar. Führung ist genau das für Dich, was Du daraus gestalten möchtest. Mit Deinen Zielen. Mit Deinem ureigenen Verständnis von „guter“ Führung. Doch vor allem mit echtem lebendigen Menschsein. Auf Deine einzigartige Weise. Und genau das gilt es erst einmal zu erforschen. Zu entdecken und in ein gesundes Wachstum zu bringen. Natürlich geht das nicht über Nacht. Vielmehr ist es der Schritt in Deinen neuen persönlichen Entwicklungsweg. Das bedeutet erst einmal Unsicherheit. Neues Land wird betreten. Voller unbekannter Reaktionen auf neues Verhalten, verbunden mit dem sich Zeigen und Präsentieren von sich selbst.

Deshalb liegt Deine größte Chance darin, Dich Dir selbst zuzuwenden. Den Signalen Deines Körpers zu lauschen.

Die inneren Stimmen entwirren.

Zahlreiche Probleme entstehen meist, weil wir glauben in einer bestimmten Rolle, als Mutter, als Frau, als Mann, als Lehrer, als Schülerin und so auch als Führungskraft,  dürften wir etwas nicht oder müssten etwas. Dabei spuken verschiedenste innere Verbote und Vorgaben in uns herum, die stark geprägt sind von dem gesammelten Berg an Rollenmustern. Die sind umso stärker, je mehr wir uns dabei in hierarchischen Konstellationen bewegen. So wie in der Führungsposition. Ebenso machen sich hier viel deutlicher die unbewussten geschlechtsspezifischen Vorstellungen bemerkbar. Unsere Rollenvorstellungen sind tief verankert und werden aus all unseren Erfahrungen aus der Familiengeschichte, Kultur und uralten Informationen gespeist.

Was da in Dir abläuft, ist ein innerer Rollenkonflikt. Und den gilt es aufzulösen, damit er Dich nicht behindert sondern bereichert.  Es ist ungefähr so, als ob Du einen Kokon abstreifst und Dich allmählich als Schmetterling herausschälen darfst.

Was Du wirklich willst und zu Dir passt.

Entscheidend ist jetzt, dass Du selbst Deine inneren Vorstellungen entlarvst, die in Dir wirken und Dich selbst daran hindern so zu sein, wie Du bist.

Das sind zum Beispiel sämtliche Sätze wie …

… eine Führung / Leitung sollte….

…ein Führung / Leitung müsste

…eine Führung/Leitung darf niemals….

…eine Führung/ Leitung muss immer….

…ich würde gern, aber als Führung/ Leitung….

Und dann ergänze mal für Dich die Sätze mit dem was Dir dazu spontan in den Sinn kommt.

Erst danach schau Dir an,  was Du geschrieben hast. Das was Du geschrieben hast, das denkst Du in Dir wie eine automatisierte Hintergrundmusik.

Doch jetzt überprüfe, ob das wirklich Deine eigene Wahrheit ist. Ob sie wirklich zu Dir passt.

Wenn Du das getan hast, dann kannst Du viel genauer erkennen, welche Wahrheit und welche Aussage für Dich gelten sollen. Was Du wirklich von jetzt an glauben willst.

Diese Frage, was ist meine Wahrheit und was will ich ab jetzt glauben, ist eine Entscheidung, die Deine Weichen neu stellt.

Wie erkennst Du jetzt gute Weichen für Dich, fragst Du Dich vielleicht?

Dein Körper führt Dich

Dein Körper ist hier ein wichtiger Wegweiser. Fühlt sich etwas eng an, so als ob Dein Atem abgeschnitten wird, Dein Hals eng oder Deine Beine wie gelähmt, handelt es sich mit hoher Chance um eine Entscheidung gegen Dich. Auch wenn Du grad nicht weißt weshalb. Wenn Du hingegen durchatmen oder auch aufseufzen kannst, etwas in Dir weit oder gar leichter wird, dann richtest Du Dich gerade innerlich für Dich selbst aus. Aufregung im positiven Sinne fühlt sich zum Beispiel eher wie Vorfreude an denn als Knebel im Brustraum.

Übrigens kannst Du die gleichen Sätze oben auch anwenden in dem Du Dein Denken über Kolleginnen oder Dein Team, Deine MitarbeiterInnen aufdeckst. Ja, gerade als Führungsperson ist es wichtig, wenn Du weißt, welches innere Bild Du von Team und MitarbeiterInnen mit Dir schleppst. Und welches Verständnis Du von nun an haben möchtest. Für letzteres kannst Du Dich dann viel leichter und freudvoller einsetzen um es zu gestalten. 

Je mehr Du Dich aus diesen Mustern befreist, die nicht die Deinen sind, desto mehr wirst Du Dich als Du selbst zeigen können. Das ist übrigens genau das, was Dich am wenigsten anstrengt. Und somit ist die Anstrengung, die auch wiederum ein Ausdruck von Enge ist, stets ein hilfreicher Wegweiser um innezuhalten und zu überprüfen, ob irgendeine seltsame Stimme in Dir Dich gerade wieder an dem hindert, was Du doch jetzt am liebsten tun oder lassen oder von Dir zeigen möchtest.

Du bist nicht die Rolle. Du füllst sie aus mit Deiner Lebendigkeit.

Herzlichst,

Petra Michaela

Written by Petra Michaela Pfeiffer

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