Spukt es in deinem Kopf herum “Kita-Leitung ja, oder nein?” Soll ich, oder soll ich nicht? Kann ich das, will ich das?

So war es bei mir

Ich erinnere mich noch genau, wie es bei mir damals anfing. Als junge Erzieherin habe ich zunächst als Gruppenleitung und dann als integrative Fachkraft gearbeitet. Meine Kinder waren klein und ich war zufrieden mit der Aufgabe der “Integration”, wie es in den 90ern noch hieß.

Ich brauche von Zeit zu Zeit neue Herausforderungen, bin so ein Vogel, der beruflich immer weitergeht. Das muss man nicht, aber ich wäre wirklich unglücklich, wenn ich die 26 Berufsjahre ausschließlich in einer Kita hätte verbringen müssen. Jeder so, wie es für ihn passt. So habe ich schon einige berufliche Stationen hinter mir, die jede für sich klasse waren und mich immer voran gebracht haben.

Bei mir spukte es also auch im Kopf, soll ich Kita-Leitung machen? Ich habe doch garnicht studiert, bin ja “nur” Erzieherin. Ich fühlte, dass ich mich dazu fortbilden muss, um selbst davon überzeugt zu sein, dass ich eine Leitungsaufgabe übernehmen kann. So machte ich eine 1,5 jährige Leitungsqualifizierung. Ich lernte mit Erzieherinnen, die schon als Leitung arbeiteten. Damals hätte ich mir so ein SOMMERCAMP gewünscht, oder eine Möglichkeit, um mich im Vorfeld mit Gleichgesinnten vorbereiten zu können.

Meine erste Zeit als Kita-Leitung

Der erste Tag als Leitung kam und ich fühlte mich wirklich gut vorbereitet. Ich hatte eine Fortbildung besucht und habe beim gleichen Träger eine zweigruppige neue Kita geleitet. Eine Kollegin, mit der ich in der anderen Kita zusammen in einer Gruppe arbeitete, ging mit mir in die neue Kita. Eine ehemalige Kollegin kam auch dazu. Es war eine ganz tolle Zeit, wir leisteten wirklich gute Pionierarbeit.

Ein bisschen Büroarbeit

Nach einiger Zeit bemerkte ich , dass die Führungsaufgabe nicht damit getan ist, ein bisschen Büroarbeit nebenher zu machen. Das war natürlich zu Beginn alles neu für mich: Anmeldelisten, Barkasse, Abrechnungen, Stundenzettel, Serienbriefe,… Aber das konnte ich gut lernen und umsetzen.

Spagat Gruppenleitung und Kita-Leitung

Die größere Baustelle war das Thema “Spagat zwischen Gruppenleitung und Kita-Leitung”. Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass ich nirgends so richtig präsent war, nicht in der Gruppe (O-Ton: “Du bist immer im Büro”) und nicht im Büro (Ich: Hilfe, morgen muss ich die Barkasse fertig haben).

Umgang mit schwierigen Situationen

So erlebte ich erste Rollen- und Aufgabenkonflikte. Spätestens zu der zeit hätte ich eine kollegiale Beratung unter Gleichgesinnten gebraucht. Ja es gab Möglichkeiten, sich mit andern Leitungen auszutauschen. Wir beschränkten uns leider oft auf eine “Jammer-Kultur”. Alles ist zu viel und zu schwer! Heute weiß ich, dass diese Art von Austausch mir zwar die Möglichkeit gab, mich auszusprechen und Rat zu suchen. Eine gezielte, lösungsorientierte Vorgehensweise hätte mir damals bestimmt mehr genutzt. Wobei ich es genoß, mich mit Gleichgesinnten zu treffen. Wir hatten die gleichen Anliegen, verstanden uns untereinander und stützten uns gegenseitig. Das war hilfreich.

Kita-Leitung als Einzelkämpferin

Damit bin ich auch bei der nächsten Tatsache: Als Kita-Leitung bist du allein! Ich gehörte nicht ganz zum Team und das durfte ich erst mal lernen auszuhalten. Kuschelkurs und Teamharmonie adé. Wollte ich das? Auch hier musste ich meinen Platz erst finden.

Verantwortung

Meine Vorstellung war, wir entscheiden alles gemeinsam im Team und jeder soll sich wiederfinden können und sich wohlfühlen. Ich dachte, wenn ich hart genug daran arbeite, schaffen wir es Konsens zu bilden. Immer öfter gab es Situationen, in denen das nicht gelang. es ist ja auch normal, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Das habe ich erst viel später kapiert: Ich musste Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen lernen. Verantwortung für meine Entscheidung und sei sie noch so unpopulär. Das durfte ich ebenfalls lernen.

Rollen und Aufgaben klären

Ich musste meine Rollen und Aufgaben klären. Sehr traurig war ich über die Tatsache, dass ich die Elterngespräche irgendwann “abgeben” musste. Ich war einfach nicht mehr so stark im Thema und konnte nur wenige Details zum Entwicklungsstand der Kinder beobachten und dementsprechend den Eltern zurückmelden. Elternberatung war damals schon mein Steckenpferd. Zu Anfang bemühte ich mich, die fehlenden Infos bei den Kolleginnen in Gesprächen aufzusaugen. Irgendwann, war es einfach zu viel. Diese Strategie funktionierte nicht mehr. Jetzt hatte ich auch die interne Projektleitung für die Qualitätsentwicklung beim Träger für neun Kitas übernommen. Ich war oft außer Haus (O-Ton “Du bist immer unterwegs”). Es war Zeit eine Entscheidung zu treffen: Die Elterngespräche führten zunächst überwiegend die Kolleginnen und schließlich gab ich die Routinegespräche ganz ab. Ein wirklich schwerer Schritt für mich.

Zum Weiterlesen

Wenn du etwas weiter in das Thema einsteigen möchtest, lies gerne diesen interessanten Fachartikel vom nifbe “Kita-Leitung, was muss ich können?”

Lernen und Wachsen

Das sind für mich ganz wichtige Werte, die mich antreiben und so unterstütze ich heute Menschen, die das auch gerne möchten. Ob im Bundesprogramm Sprach-Kita und KitaPlus, oder bei der Konzept- und Qualitätsentwicklung. Fachkräfte, die entspannt und mit Leichtigkeit in eine neue Rolle und Aufgabe hineinwachsen wollen begleite ich gerne auf ihrem Weg dahin.

So veranstalte ich gerade jetzt im Juli für vier Wochen das SOMMERCAMP in einer Facebook-Gruppe. Jede Woche beschäftigen wir uns mit einem neuen Schwerpunkt.

Folgende Wochenthemen habe ich gewählt:

      1. Kita-Leitung, ist das etwas für mich?
      2. Stolpersteine und Herausforderungen.
      3. Bald Kita-Leitung, wie bereite ich mich vor?
      4. Von der Kollegin zur Kita-Leitung

 

Komm´auch gerne zum kostenlosen SOMMERCAMP (geschlossene Facebook-Gruppe) dazu. Fühl dich herzlich eingeladen. Dort bekommst du jetzt im Juli 4 Wochen lang Input zu Themen rund ums Leiten. In der Community tauschen wir uns aus und du kannst bei den Frage & Antwort Webinaren dabei sein. All das kannst du auch von der Sonnenliege genießen. In diesem Sinne, ich freu mich auf dich:)

 

Wenn es auch in deinem Kopf herumspukt, will ich Kita-Leitung werden, ja oder nein, dann habe ich zunächst einmal drei Tipps für dich. Sie können dir als erste Orientierung dienen. Du kannst mal für dich reflektieren, wie es dir mit diesen Verhaltensweisen geht. Bist du bereit?

Meine drei Tipps für dich:


1. Hab Freude an Herausforderungen und sei bereit, Risiken einzugehen!


Betrachte Herausforderungen als Chance und nicht als unabwendbares Übel. Sie gehören zum Leben dazu und hey, ist es nicht klasse, dieses Gefühl was aufkommt, wenn du es schafft hast?

 


2. Tu, was DU liebst!


Was ist DEIN Ding? Nicht das Ding der anderen. Ratschläge von außen können dich und deine Gedanken weiterbringen, aber am Ende darfst du dir die Frage stellen: Was ist es, das dich “abheben” lässt, wofür brennst du? Finde heraus, was dein beruflicher Weg JETZT ist und dann geh´ los!

 


3. Entscheide dich öfter für Mut als für Angst!


Ja es stimmt, keiner kann dir garantieren, ob eine neue Aufgabe und Rolle in der Kita wirklich das Richtige für dich ist und du kannst vorher auch nicht alles lernen und dann alles richtig machen. Entscheide dich dafür “unperfekt” zu starten. So wie ich es mit meiner Webseite gerade mache, sie ist wirklich nicht schön, aber sie wird es bald sein;)

Im nächsten Blogartikel geht es weiter mit den Stolpersteinen und Herausforderungen als Kita-Leitung. Trag´dich  sehr gerne in meinen Newsletter ein, dann verpasst du den nächsten Blogartikel  zu dieser Blogreihe Kita-Leitung garantiert nicht.

Online-Mini-Workshop Partizipation – gute Zusammenarbeit im Team

Wenn du Lust hast, dich mehr mit dem Thema Team-Beteiligung zu beschäftigen, bist du ganz herzlich zu meinem Mini-Workshop am 11.07.18 um 20.00 Uhr eingeladen. Ich werde Checklisten und Reflexionsmaterial zur Verfügung stellen und dir zeigen, wie du den Transfer in dein Team umsetzen kannst. Hier gibts weiter Infos.

Wie läuft´s bei euch mit der Zusammenarbeit im Team in der Kita? Schreib mir gerne in den Kommentar, oder diskutiere mit in meiner Facebook-Gruppe.